Kath. Pfarrkirche St. Stephanus / Kreuzerhöhung

Als eine der schönsten Pfarrkirchen des Trierer Landes wird sie in vielen Veröffentlichungen über die Kirchen des Bistums Trier bezeichnet.
In der Mitte des Ortes liegt ein nach außen bescheiden wirkendes Gotteshaus.
Die Pfarrkirche dürfte aus dem 11. Jahrhundert stammen. Von der Pfarrkirche zu Fliessem hören wir in dem um 1330 aufgestelltem Registrum archidac und durch das Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1570.

Von einem spätmittelalterlichen Bau sind noch der Westturm und zwei Westjoche vorhanden, die bei der Erweiterung der Kirche nach Osten im Jahre 1788 stehen blieben. Das jetzt zugemauerte Portal auf der Westseite des Turmes (zum Friedhof hin) stammt aus der im Jahre 1787 abgebrochenen Kapelle Wachenforth. Die Kirche ist heute ein einschiffiger Bau mit Westturm und Eingang auf der Nordseite. Sowohl die beiden Joche als auch der Chorraum zeigen ein vielflächig gestaltetes Netzgewölbe.

Der Hochaltar aus dem 17.Jahrhundert stammt aus der Kapelle Wachenforth, ebenso wie der Beichtstuhl und die Kanzel. Bei dem Hochaltar handelt es sich um eine Holzarbeit aus dem 17.Jahrhundert mit seitlichen Säulen und Gesimsen, die mit elegantem Blattornament versehen sind. Über dem Tabernakel ist ein Kruzifix angebracht, das wohl aus dem 16. Jahrhundert stammt und wohl zuvor als Missionskreuz diente.

Besonders wertvoll und von großer Bedeutung sind jedoch die zwei Seitenaltäre.
Das ebene Retabel aus rotem Sandstein mit der Kruzifixszene, an der der hl. Stephanus und die hl. Barbara teilnehmen, stammt aus dem 15. Jahrhundert, während das zweite Retabel (16. Jahrhundert) die Anbetung der hl. Drei Könige zeigt.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden viele Veränderungen an der Pfarrkirche vorgenommen. 1770 wurde der Eingang zur Nordseite verlegt, das Portal an der Westseite wurde zugemauert, um Platz für die Sakristei zu haben. 1929/1930 wurden die beiden Seitenschiffe angebaut, der Hochaltar kam in die Westseite der Kirche, entgegen der üblichen Ordnung, dass Kirchen stets nach Osten gerichtet waren.
1982 erfolgte unter Pastor Franz Rudolf Müller eine Veränderung des Chorraumes zur Anpassung an die neue Liturgie, ein neuer Zelebrationsaltar wurde geschaffen, ebenso erfolgte eine Neugestaltung des Innenanstriches, wobei die Gewölbe wieder deutlich herausgestellt wurden.

Die Pfarrkirche besitzt ein Reliquiar (vergoldete Monstranz) mit einer Kreuzpartikel, die im Jahre 1712 zum ersten Mal erwähnt wird. Die Echtheit dieser Reliquie bestätigt der Bischof von Aachen in einer Urkunde vom 27.März 1879. Zu dieser Zeit war als Folge des Kulturkampfes unter Bismarck wohl der Trierer Bischofssitz unbesetzt. Nach dem Tode von Bischof Eberhard (1876) war der Trierer Bischofsstuhl bis zum Jahre 1881 verwaist. Es folgte dann Bischof Michael Felix Korum, der die Reliquie erneut bestätigte. Am Patronatsfest und an besonderen Festtagen, so auch am Pfingstmontag, wenn in der Kapelle Wachenforth eine festliche Messe gefeiert wird, wird das Reliquiar ausgestellt.